Blick von Iggingen über Herlikofen auf Rechberg und Hohen Staufen mit Streuobstwiese

Fachwarte für Obst und Garten
 

Hintergrund

Früher wurden nur Baumwarte ausgebildet. Diese Ausbildung ist sehr viel intensiver und dauert sehr viel länger und es werden am Ende wirkliche Spezialisten sein. Weil einerseits der Obstbau hier rückläufig ist, und immer weniger Leute sich dieser langfristigen und gründlicheren Ausbildung unterziehen wollen, wurde eine leichtere Version aus der Taufe gehoben.

Erziehungsschnitt: vorher - nachher
Aufnahme beim Schnittkurs

Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e. V. (LOGL) hat 1997/ 1998 eine landeseinheitliche Ausbildung zum Fachwart für Obst und Garten initiiert.

Ziel: Förderung des hobby- und landschaftsprägenden Streuobstbaus und der Gartenkultur und die Unterstützung eines wirksamen Naturschutzes.

Vom LOGL wurde in Abstimmung mit dem Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum und den Fachberatern der Landkreise ein landeseinheitlicher Ausbildungsrahmenplan erarbeitet.

Interessenten unseres Bezirkes Altkreis Gmünd melden sich bitte bei Franz-Josef Klement.

Für die fertigen Fachwarte besteht die Möglichkeit in die Baumwartsvereinigung Schwäbisch Gmünd einzutreten. Der Jahresbeitrag beträgt € 5,00.
Der Vorsitzende ist Udo Wahl, Hirschstr. 2, 73540 Heubach, Tel.  07173 - 185426, Fax 07173 - 185427.
Der Nutzen: für die Baum- und Fachwarte werden spezielle weiterbildende Seminare angeboten.

 

Durchführung

Der Verband stellt Unterrichtsunterlagen zur Verfügung, wirkt an der Prüfung mit und verleiht Ausweis und Urkunde. Die Fachwarteausbildung wird im Altkreis Gmünd vom Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd, federführend vom Fachberater für Obst- und Gartenbau Franz-Josef Klement durchgeführt.

Die ausgebildeten Fachwarte sollen möglichst in Obst- und Gartenbauvereinen eingebunden werden und als Ansprechpartner für Fragen rund um die Themen Obstanbau, Garten und Landschaft dienen.

Die Fachwarte können zum einen dazu beitragen, das fachliche Niveau in den Obst- und Gartenbauvereinen zu erhalten, zum anderen kann aber auch die Arbeit der Fachberater der Landratsämter sinnvoll unterstützt werden.

Die Fachwarteschulungen bewirkten in einigen Fällen wieder Neuzugänge von „jüngeren“ Mitgliedern in die Vereine. Für die  Ausbildung sind Grundkenntnisse im Obst- und Gartenbau sehr hilfreich.

Der Erwerb des Sachkundenachweises für Pflanzenschutz beim Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur ist Teil der Ausbildung. Der Kurs endet mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung.

Eine Weiterbildung der Fachwarte ist unbedingt notwendig und wird im Altkreis Gmünd im Rahmen der Baumwartevereinigung ebenfalls durch den Fachberater Franz-Josef Klement durchgeführt.

Der LOGL bietet in Zusammenarbeit mit  verschiedenen staatlichen Einrichtungen in Abständen ebenfalls Fortbildungsmaßnahmen auf Landesebene an.         

Seit 1997/98 haben insgesamt über 1450 Personen an der Ausbildung mit Erfolg teilgenommen und das Interesse ist immer noch groß.

Die Ausbildung zum Fachwart für Obst und Garten gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil und umfasst ca. 100 Stunden.

Durch die Ausbildung kann nur ein Wissensgrundstock vermittelt werden. Wir fordern daher die Fachwarte dazu auf, die gebotenen Fortbildungsmaßnahmen wahrzunehmen.

Geben Sie ihr erworbenes Wissen an andere interessierten Personen weiter, es kann dadurch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft,  insbesondere unserer heimischen Streuobstwiesen geleistet werden.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Wissensvermittlung im Nutzgartenbereich, in der Gartengestaltung, aber auch in der Gehölz- und Staudenkunde.

Es ist nochmals zu betonen, dass die Kreisfachberater an den Landkreisen sehr wichtige Partner in der Aus- und Weiterbildung der Fachwarte für Obst und Garten sind!

Sie alle tragen somit zur Umsetzung des LOGL - Zieles.

„Gartenkultur fördern – Landschaft bewahren“ bei.

           Verfasser: Rolf Heinzelmann, LOGL
              angepaßt durch Wasmut Fiedler

 

Vorwort
aus der Ausbildungsbroschüre des LOGL
"Fachwart/in für Obst und Garten":

Fachliches Wissen erhalten

Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden- Württemberg e. V. (LOGL) verfolgt das Ziel einer landeseinheitlichen Fachwarteausbildung für seine Mitglieder in Baden-Württemberg, hierzu hat der Verband einen Ausbildungsrahmenplan erstellt. Ebenfalls stellt er Unterrichtsunterlagen zur Verfügung, ist an der Prüfung beteiligt und verleiht Urkunde und Ausweis. Veranstalter sind die Kreis-/Bezirksverbände, wo möglich in Verbindung mit den Kreisfachberatungsstellen für Obst- und Gartenbau an den Landratsämtern.

Ziel der landeseinheitlichen Ausbildung zum Fachwart für Obst und Garten ist die Förderung des landschaftsprägenden Streuobstbaus, des Hobby-Obstbaus, der Gartenkultur und die Unterstützung eines wirksamen Naturschutzes.

Die fachliche Kompetenz soll in den Obst- und Gartenbauvereinen erhalten bleiben durch ausgebildete Personen, die ihr Wissen zum Nutzen aller weitergeben. Die Obst- und Gartenbauvereine erhalten dadurch auch zusätzliche Argumente für die Mitgliederwerbung.

Über 90.000 Mitglieder sind derzeit im Landesverband über Kreis/Bezirksverbände und Ortsvereine organisiert.

Die Ausbildung gliedert sich in zwei Teile. In der Theorie werden Grundlagen des Gartenbaus, insbesondere des Obstbaus, vermittelt. Der Praxisteil umfasst Schnittübungen, bei denen selbst mit Messer und Säge umgegangen werden muss.

Es sollen keine Spitzenfachleute ausgebildet werden, was in ca. 80 Stunden Theorie und Praxis gar nicht möglich ist, sondern es sollen Zusammenhänge vermittelt werden, die einen sinnvollen und fachgerechten Umgang mit der Natur, dem Garten und der Landschaft ermöglichen. Künftige Fortbildungsveranstaltungen für die Fachwarte für Obst und Garten und die Gründung von Fachwartevereinigungen sollen die Nachhaltigkeit dieser Ausbildung fördern.

Rolf Heinzelmann

  

Inhalt

aus der Ausbildungsbroschüre des LOGL "Fachwart/in für Obst und Garten":


KAPITEL 1 GRUNDLAGEN

1.1 Botanik
1.1.1 Lebensprozesse
1.1.2 Aufbau der Pflanze
1.1.3 Vermehrung
1.1.4 Befruchtungsbiologie von Kern- und Steinobst

1.2 Bodenpflege
1.2.1 Bodenarten
1.2.2 Bodenbestandteile
1.2.3 Bodengefüge und Bodenbearbeitung
1.2.4 Bodenreaktion und Pufferung
1.2.5 Bodenbewertung
1.2.6 Bodenverbesserung durch Gründüngung
1.2.7 Erden und Substrate
1.2.8 Erdelose Kultur
1.3 Düngung
1.3.1 Wachstumsfaktoren und Wachstumsgesetze
1.3.2 Nährelemente
1.3.3 Düngemittel
1.3.4 Bodenuntersuchung
1.3.5 Kompost - Bodenverbesserung und Düngemittel
1.4 Recht
1.4.1 Nachbarrecht
1.4.2 Naturschutz
1.4.3 Pflanzenschutzgesetz für den Garten

KAPITEL 2 OBSTBAU

2.1 Sorten, Unterlagen und Pflanzung
2.1.1 Abstammung der Kernobstarten
2.1.2 Abstammung der Steinobstarten
2.1.3 Sorten
2.1.4 Unterlagen der wichtigsten Obstarten
2.1.5 Pflanzung von Obstbäumen
2.2 Schnitt der Obstgehölze
2.2.1 Entwicklungsphasen der Bäume
2.2.2 Wachstumsgesetze
2.2.3 Fachbegriffe
2.2.4 Werkzeuge
2.2.5 Erziehungsformen
2.2.6 Besonderheiten beim Steinobst
2.2.7 Besonderheiten beim Beerenobst
2.3. Vermehrung
2.3.1 Veredelung
2.3.2 Vermehrung durch Steckholz
2.3.3 Weitere Vermehrungsarten bei Obstgehölzen
2.4 Pflanzenschutz im Obstbau
2.4.1 Schädlinge
2.4.2 Krankheiten
2.5 Ernte und Lagerung
2.5.1 Ernte
2.5.2 Haltbarkeit und Qualität der Früchte
2.5.3 Lagerbedingungen
2.5.4 Probleme bei der Lagerung
2.6 Saft- und Mostherstellung
2.6.1 Grundlegendes
2.6.2 Mikroorganismen bei der Saft- und Mostbereitung
2.6.3 Saftgewinnung
2.6.4 Mostherstellung
2.6.5 Behälter zum Gären und Aufbewahren

 

 

 

KAPITEL 3 LANDSCHAFT

3.1 Landschaft - Landschaftselemente
3.1.1 Definition des Begriffes Landschaft
3.1.2 Entwicklung der Landschaft
3.2 Streuobstwiese
3.2.1 Geschichte und Entstehung
3.2.2 Aktuelle Bedeutung
3.2.3 Nutzung und Pflege
3.2.4 Ökologische Funktion
3.3 Die Feldhecke
3.3.1 Ursprung und Entstehung von Feldhecken
3.3.2 Funktionen der Feldhecke
3.3.3 Aufbau und Pflege von Feldhecken
3.3.4 Typische Gehölze einer Feldhecke
3.4 Wiese
3.4.1 Was ist eine Wiese?
3.4.2 Nutzung und Pflege
3.4.3 Ökologische Bedeutung einer artenreichen Wiese

KAPITEL 4 GEMÜSEBAU

4.1 Allgemeine Hinweise zur Kulturführung
4.1.1 Pflanz- und Säabstände von Gemüsearten
4.1.2 Wasserbedarf und richtiges Gießen
4.1.3 Verfrühung von Gemüse mit einfachen Flachabdeckungen
4.1.4 Aussaattechnik im Freiland / Jungpflanzenanzucht
4.2 Mischkulturen im Gemüsegarten
4.3 Fruchtfolge und Anbauplanung
4.3.1 Fruchtwechsel
4.3.2 Anbauplanung
4.4 Integrierter Pflanzenschutz im Gemüsegarten
4.4.1 Bodenpflege
4.4.2 Technischer Pflanzenschutz mit Netz und Vlies
4.4.3 Einsatz und Förderung von Nützlingen
4.4.4 Pflanzenschutzmittel für den Notfall
4.5 Die Düngung im Gemüsegarten
4.5.1 Phosphor, Kalium, Magnesium sowie alle Spurenelemente
4.5.2 Was ist mit dem pH - Wert? (Kalzium - Versorgung)
4.5.3 Die Stickstoffdüngung
4.5.4 Organische oder mineralische Dünger?
4.6 Die Bedeutung der Sortenwahl
4.7 Die Lagerung von Gemüse

KAPITEL 5 ZIERGARTEN

5.1 Gestaltung
5.1.1 Planung und Anlage
5.1.2 Einige Tipps zur Gartengestaltung
5.2 Gehölze und Stauden
5.2.1 Gehölze
5.2.2 Stauden
5.3 Schnitt der Ziergehölze
5.3.1 Wachstumsgesetze
5.3.2 Wachstumsformen
5.3.3 Schnittwerkzeug
5.3.4 Der richtige Schnitt

Literatuerempfehlungen

  

Kosten

Stand: Januar 2005

Fachwarte-Kurs
ca. 60 UE Fachwarte-Ausbildung       
ca. 20 UE Pflanzenschutz                           €    125,00 

Sachkundenachweis für Pflanzenschutz
Prüfgebühr                                                      €      20,00
Fachbuch                                                        €      15,90

Schnittkurs, je nach Veranstalter
3 Tage                          ca.  €  15,00    bis     €      30,00

Diese Positionen sind zusammen Voraussetzung zur Prüfung und Erlangung des Fachwarte-Urkunde

Die tatsächlichen Kosten werden bei jedem Kurs extra bekannt gegeben. Die oben aufgeführte Auflistung stellt die Kosten der letzten Fachwarte-Ausbildung 2004 in Schwäbisch Gmünd dar.
 

UE = Unterrichtseinheit i.d.R. je 45 Minuten

 

Unterstützung:

Die Obst- und Gartenbauvereine des Bezirksverbandes für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd sind angehalten den erfolgreich teilnehmenden Mitgliedern einen Zuschuss zu gewähren.